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Neue Nationale Rostlaube

29.01.2014

© Irmeli Rother
Besuchen sie die Neue National Galerie bevor der Bau vom Rost zerfressen ist! Die Renovierung ist so lange verschlampt worden, dass wir nur hoffen und bangen können, dass die bald geplante Sanierung nicht zu teuer wird.
Wasser dringt von durch die Dichtungen der Scheiben herein und am Metall frisst der Rost.

Wie dort Kunstwerke hängen können ohne zu schimmeln ist mir unverständlich.
Den Rundgang begangen wir mit einem Kaffee im Untergeschoss. Dort hing eine Tafel mit den Namen von Stiftern.

Darunter div. deutsche Kriegsverbrecher wie Krupp und die Deutsche Bank und vieler Anderer. Dabei war auch der Profiteur der Kunstdiebstähle der deutschen Regierung Wolfgang Gurlitt.
Da sollte die Neue Nationalgalerie besser noch mal recherieren, was sie alles im Depot hat.

Nousu, 1977
Zuerst betrachteten wir die Arbeiten von Karl Otto Götz, einem Wegbereiter des Informel in der BRD. Er war Lehrer unter anderem von Gerhard Richter, Sigmar Polke an der Düsseldorfer Kunstakademie, damals mit der Kölner Kunsthochschule der Hotspot der Kunstausbildung. K.O. Götz war einer der wenigen nationalsozialistisch unbelasteten überlebenden deutschen Künstler. Hinter ihm gingen die vielen "Ex" Nazis in Regierung und Verwaltung gern in Deckung.

Vorzeigbare Deutsche waren selten.
Doch er lässt sich wirklich nicht auf diese Funktion reduzieren. Seine Kunst war  intensiv und innovativ.
Interessant war zu sehen, dass seine Ölbilder nicht das Resultat spontaner Pinselstriche waren.

Seine Vorstudien wurden auch gezeigt.
Damit unterschied er sich klar von dem ebenfalls abstrakt arbeitenden Zeitgenossen  Jackson Pollock, der ausschließlich spontan malte.

Leider sind die Bilder von K.O. Götz nicht mehr  in Berlin zu sehen.
Eine Ausstellung pro Tag ist jedoch eindeutig zu wenig. Im Keller der Rostgalerie hängt und steht "Ausweitung der Kampfzone. 1968-2000. Die Sammlung Teil 3". Die Werke stammen alle aus dem Depot und sind noch bis Ende 2014 zu besichtigen.


Schön, dass die Nationalgalerie Kunst für Gefährlich hält. Die Kunstsammlungen von der Deutschen Bank und Krupp zeigen jedoch das Mörderfirmen wissen, dass im Verhältnis zu ihnen, Kunst ein Fliegenschiss ist.

Hans Ticha, Deutsches Ballett
© Martin Gerhard
Rebecca Horn
Die Malmaschine
© Martin Gerhard
George Segal
Man Installing Pepsi Design
© Martin Gerhard
Jeff Wall, Schlaflosigkeit
© Irmeli Rother
Keith Haring
ohne Titel
© Irmeli Rother
Edward Kienholz
Volksempfänger
© Martin Gerhard
Franz Gertsch, Barbara und Gaby, Acryl auf Baumwolle
© Irmeli Rother
Paul McCarthy
Penis und Vagina
© Martin Gerhard
Wolfgang Mattheuer
Mann mit Maske
© Martin Gerhard

KunststudentInnen im nachgebauten Atelier der Familie Blume
© Martin Gerhard

Der Besuch lohnt sich.